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Nortons Geschichte  
Die Geschichte von Norton erstreckt sich über mehr als ein Jahrhundert, und ist daher nicht als kurzer Abriss darstellbar. Wenn der Autor es dennoch versuchte, so darf dieser Versuch nur als kurze Einführung in Nortons Geschichte verstanden werden.
So zahlreich wie die Bücher, wie über Norton geschrieben wurden, so zahlreich sind auch die Fehlurteile in diesen Büchern. Immer versuchen die Autoren, einzelne Figuren der Geschichte ganz schwarz oder ganz weiß zu zeichnen. Oft ist erstaunlich, aufgrund welch dürftiger Wissensgrundlage pauschale Verdammungen ausgesprochen werden. 
James Lansdowne Norton ist bei allen Autoren eine Lichtgestalt, und in der Tat war er wohl ein persönlich integrer und eindrucksvoller Mensch. Trotzdem legte er die Saat zu Nortons Größe wie Geringheit; er begründete die Tradition, Rentabilität und Produktion zu ignorieren, und den Sieg auf der Rennstrecke überzubewerten (übrigens ein Fehler, den der Autor in seiner eigenen Firma ebenfalls wiederholte).
Joe Craig, der Rennprofessor, wird als Genie gefeiert, und die Designer, die seinen Erfolg überhaupt ermöglichten, oft nur in Nebensätzen abgehandelt- Namen wie Arthur Caroll oder Leo Kuzmicki sind selbst Norton-Fans meist nicht geläufig. Die Tatsache, dass Craig einen kommerziellen Neuanfang nach dem Krieg durch das Herausmobben von Bert Hopwood verhinderte, ist fast unbekannt.
Dennis Poore ist für die meisten der Beerdiger der Marke Norton. Dass er, der viele Fehlentscheidungen zu verantworten hatte, trotzdem entgegen allen Rentabilitätsüberlegungen Norton zwischen 1977 und 1987 am Leben erhielt, wird gern vergessen.
Ein weiterer Finsterling ist Philippe Le Roux, der durch verfehlte Investmentgeschäfte das Geld der Norton-Aktionäre zwischen 1987 und 1990 verspielte. Persönliche Bereicherung konnte ihm jedoch nie nachgewiesen werden.
David Macdonald, der Grabräuber, der zwischen 1991 und 1993 alles zu Schleuderpreisen verhökerte, was er bei Norton Motors vorfand, ist in der englischen Presse immer als der vergeblich bemühte Idealist gefeiert worden.
Und selbst die kanadischen Spekulanten, die für ein Spottgeld die Trümmer von Norton übernahmen und schließlich ganz ruinierten, werden vom Norton Owners Club zu Helden stilisiert, die leider, leider, keinen Erfolg hatten. 

Aber lesen Sie selbst!                                                      J.Seifert/2001
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